Englisch verbindet Nationen

Während die einzelnen Parlamente in der EU in ihrer Landessprache debattieren, wird im EU-Parlament vorwiegend Englisch gesprochen. Und auch Französisch spielt im Alltag der EU-Institutionen eine große Rolle. Deutsch indes wird hier vernachlässigt, obwohl neben den Deutschen selbst auch noch die Österreicher Deutsch sprechen und schreiben. Dabei belaufen sich die Kosten laut Schätzungen auf jährlich 330 Millionen Euro, die für Übersetzungen anfallen. Denn auch nicht alle Politiker sind der englischen Sprache mächtig oder gute Zweitsprachler darin. Dabei ist Deutsch ein nicht gerade zur Minderheit verbreitete Sprache in den 28 EU-Ländern mit immerhin 18 Prozent. Doch mit 38 Prozent ist Englisch die meistgesprochene Fremdsprache in Europa. Französisch nimmt hier nur Platz 3 hinter Deutsch ein. Und Spanisch und Russisch liegen noch weiter abgeschlagen.

Foto: Thommy Weiss  / pixelio.de
Foto: Thommy Weiss / pixelio.de


Wichtigkeit der englischen Sprache

Allerdings wird auch von EU-Seite betont, dass Englisch eben eine sehr wichtige Sprache ist, mit der man zum Beispiel auch mit den Amerikanern kommunizieren kann auf Augenhöhe. Dennoch bleibt Europa vor allem eines: Ein Fleckenstaat, in dem sehr viele verschiedene Sprachen gesprochen werden und in denen es verschiedene Kulturkreise gibt. Es liegt auch in Deutschland in der Hand von jedem Bürger, ob er zusätzlich zu seinem Schulenglisch auch noch einen zusätzlichen Sprachkurs in Englisch belegt oder sogar einen Sprachaufenthalt im englischsprachigen Ausland durchführt. Tatsache ist heute – auch außerhalb von der EU und Europa: Dank Englisch ist es möglich mit der ganzen Welt zu kommunizieren. Doch keine Nation würde natürlich heute noch zugunsten von Englisch seine eigene Landessprache aufgeben. Dies wäre auch ein zu großer Eingriff in die Kultur eines Landes.